Weiterbildung Trauerbegleitung
(zertifiziert durch DHPV & DGP)
Einleitung
Qualifikation zur Begleitung Trauernder: Trauer ist Teil des Lebens.
Lernen Sie, Trauernde einfühlsam und kompetent zu begleiten.
Trauer gehört – wie Krankheit, Sterben und Tod – zum Leben. Und doch fällt es unserer Gesellschaft oft schwer, Trauer als das anzuerkennen, was sie ist: eine natürliche, zutiefst menschliche und heilsame Reaktion auf Verlust.
Genau hier setzt qualifizierte Trauerbegleitung an. Sie schafft Raum für das, was schmerzt, trägt durch schwere Zeiten und hilft Menschen, einen eigenen Weg in ein verändertes Leben zu finden – in ihrem Tempo, in ihrer Würde, mit ihrer Geschichte.
Kontext von Hospiz- und Palliativarbeit
Seit den Anfängen der Hospiz- und Palliativbewegung ist Trauerbegleitung ein wesentlicher Bestandteil der psychosozialen Versorgung: für Sterbende, für Zugehörige und für Hinterbliebene. Sie richtet sich an Erwachsene und Kinder, an Einzelne, Paare und Familien. Sie berücksichtigt nicht nur den Verlust selbst, sondern auch die sozialen, existenziellen und spirituellen Herausforderungen, die damit verbunden sein können – wie Einsamkeit, Armut, Überforderung oder der Verlust von Sinn und Zugehörigkeit.
Damit diese Begleitung wirklich tragen kann, braucht es Menschen mit Fachwissen, Einfühlungsvermögen und einer reflektierten inneren Haltung. Menschen, die bereit sind zuzuhören, auszuhalten, mitzugehen – ohne zu bewerten, zu beschleunigen oder zu reparieren.
Für wen ist die Weiterbildung geeignet?
Unsere Weiterbildung in Trauerbegleitung richtet sich an alle, die trauernde Menschen professionell oder ehrenamtlich begleiten (möchten), zum Beispiel:
- Pflegekräfte (Kranken- und Altenpflege)
- Palliative-Care-Fachkräfte
- Haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende in Hospizdiensten
- Ärzt:innen, insbesondere in Onkologie und Palliativmedizin
- Therapeutische Berufe (Psychotherapie, Ergo-, Logo-Therapie)
- Heilpraktiker:innen (insbesondere Psychotherapie)
- Sozialarbeiter:innen und Sozialpädagog:innen
- Bestatter:innen und Trauerredner:innen
- Pädagogische und seelsorgerische Berufe (Erzieher:innen, Lehrer:innen, Schulsozialarbeit)
- Theolog:innen und Seelsorger:innen (konfessionell und interreligiös)
- Mitarbeitende in Gemeinden, Kirchen und spirituellen Zentren
Inhalte der Weiterbildung
Die Weiterbildung vermittelt fundiertes Wissen, praktische Fähigkeiten und persönliche Reflexionsräume, unter anderem zu folgenden Themen:
- Grundlagen des Trauerns und von Trauerprozessen
- Trauermodelle und Theorien (u. a. Worden, Stroebe & Schut, Chris Paul, Smeding)
- Rolle, Haltung und ethische Grundlagen der Trauerbegleitung
- Gesprächsführung und Gestaltung von Begleitung (Einzelgespräche, Gruppen, Trauercafés)
- Spiritualität, Rituale und Symbole in der Trauer
- Systemische Perspektiven und Ressourcenorientierung
- Kindertrauer und besondere Situationen („Notfälle“ in der Trauerbegleitung)
- Risikofaktoren für erschwerte Trauer (z. B. PGD nach ICD-11, PCBD nach DSM-5)
- Abgrenzung zwischen Trauerbegleitung, Sterbebegleitung und Therapie
- Selbsterfahrung und Reflexion der eigenen Verlust- und Lebensgeschichte
- Selbstfürsorge und Selbstpflege in der Rolle als Begleiter:in
Haltung und Ziel der Weiterbildung
Diese Weiterbildung lädt Sie ein, fachlich zu wachsen, Ihre Haltung zu vertiefen und Ihre eigene Beziehung zu Verlust, Leben und Begleitung bewusst zu reflektieren – damit Sie anderen auf ihrem Weg durch die Trauer mit Klarheit, Mitgefühl und innerer Stabilität zur Seite stehen können.